Mai 2015

PLAYMOBIL: Großes Lager für kleine Männchen

Für das neue Logistikzentrum der geobra Brandstätter GmbH & Co. KG projektierte und baute Förster & Krause die fördertechnischen Anlagen, die Kommissionierung und Versand verbinden. Dazu gehört auch die vollautomatische Etikettierung, Identifikation und Kontrolle der Versandkartons.

Der Firmenname geobra Brandstätter ist in den meisten Familien mit Kindern vermutlich unbekannt. Aber das Markenzeichen und das bekannteste Produkt des Unternehmens dürfte überall einen guten Namen haben, vor allem in der Zielgruppe der Vier- bis Zehnjährigen: Playmobil-Figuren kennt jedes Kind.

Indianer, Geheimagent oder Tierarzt?

1974 stellte das von Horst Brandstätter geleitete Unternehmen die ersten Kunststofffiguren mit dem charakteristischen Lächeln und den beweglichen Gliedmaßen vor. Auf Indianer, Bauarbeiter und Ritter folgten immer weitere Figuren, die es den Kindern erlauben, im Spiel in eine eigene Welt einzutauchen.

Heute umfasst das Programm ca. dreißig Spielwelten, die von Kindern in rund 100 Ländern geschätzt werden. Rund 2,7 Milliarden Playmobil-Figuren hat geobra in den vergangenen vierzig Jahren produziert, und mit dem Erfolg des Systemspielzeugs ist auch das Unternehmen gewachsen: geobra beschäftigt heute weltweit mehr als 4000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es rund 2300.

250.000 Packungen werden pro Arbeitstag versandt

Die Logistik hat ebenfalls beeindruckende Dimensionen erreicht. Dieter Hampl, Leiter des neuen Logistikzentrums in Herrieden: „Wir produzieren und versenden pro Jahr 61 Millionen Verpackungseinheiten. Das sind 250.000 Stück pro Arbeitstag.“

Diese Mengen ließen sich am zentralen Produktionsstandort Dietenhofen nicht mehr bewältigen. Deshalb hat geobra im 25 Kilometer entfernten Herrieden, direkt an der Autobahn A6 gelegen, ein neues Logistikzentrum gebaut. Es bietet 55.000 m2 Platz für Lagerung, Kommissionierung und Versand. 50 Millionen Euro wurden hier investiert, und die Arbeitsabläufe sind zwar weitestgehend amortisiert, aber dennoch finden hier rund 300 Beschäftigte Arbeit.

80.000 Palettenplätze

Die 80.000 Palettenplätze des Lagers sind nötig, weil geobra auf Vorrat produziert. Denn rund 60% des Jahresumsatzes werden in den drei Monaten vor Weihnachten getätigt. Und wenn der Spielwarenhandel bestellt, muss es schnell gehen. Deshalb ist der gesamte Kommissionier- und Versandprozess auf höchste Schnelligkeit und Zuverlässigkeit auch und gerade bei großen Umschlagsmengen ausgelegt.

Aufgabe: Verbindung von Kommissionierung und Versand

Hier kommt Förster & Krause ins Spiel. Die Fördertechnik-Spezialisten wurden mit der Verbindung der Kommissionier- und Versandzonen beauftragt.

Die Mitarbeiter in der Kommissionierung beenden ihre Tätigkeit jeweils mit dem Aufsetzen der Versandkartons – von denen es sechs Größen gibt – auf eine Förderstrecke, die den Startpunkt für die von Förster & Krause projektierte Materialflusstechnik bildet.

Die Kartons sind zu diesem Zeitpunkt nur mit einer internen Barcodierung versehen. Der Barcode wird automatisch gelesen, um den Karton zu identifizieren. Auf der Basis dieser Information wird – wiederum im Verlauf der Förderstrecke – das Versandetikett aufgebracht.

Ziel: 100% fehlerfreier Versand

Mit diesem Ablauf würden die meisten Unternehmen sich zufriedengeben. Bei geobra möchte man es aber genauer wissen und auf jeden Fall vermeiden, dass eine Sendung mit falscher Destination, falschem Inhalt oder nicht lesbarem Etikett auf die Reise geht. Deshalb werden die Etiketten anschließend noch einmal gescannt – ein „Loop“, der aus Sicht des Projektierers steuerungstechnische Herausforderungen bietet.

Während „No read“-Kartons ausgeschleust werden, fahren die als „i.O.“ erkannten Kartons über einen Schrägförderer auf eine Höhe von mehr als fünf Metern, um einen Fahrweg zu überbrücken. Im Anschluss daran fahren sie zunächst über eine Stahlbaubühne, dann über eine weiteren Schrägförderer wieder auf das Niveau von 700 mm, wo sie nochmals gescannt werden, um die Zielbahn für den Versandbahnhof zu ermitteln.

Ergonomisch in den Lkw – mit Teleskopbandförderern

Dort – im Versand – werden die Kartons je nach Versandart auf einer von drei Bahnen aufgetaktet, um mit Hilfe von Teleskopförderern mit hoher Produktivität und unter Berücksichtigung der Ergonomie in Lkws geräumt zu werden.

Mit diesem automatisierten Materialfluss kann geobra auch die im Vorweihnachtsgeschäft anfallenden sehr großen Versandmengen geordnet abarbeiten und ein hohes Maß an Fehlersicherheit gewährleisten.

Die erste Erweiterungsstufe ist bereits in Bau

Während das Logistikzentrum vor wenigen Monaten seinen Betrieb aufgenommen hat, arbeiten die Baumaschinen schon am nächsten Bauabschnitt. Hier werden nochmals 55.000 Palettenplätze gebaut – und weitere 20 Millionen Euro investiert. Diese Erweiterung hat Förster & Krause bei der Planung schon berücksichtigt: Sobald diese Anlage betriebsbereit ist, kann die Leistung der Förder- und Etikettiertechnik erhöht werden. Der Ausbau der Fördertechnik um drei weitere Teleskopbandförderer samt Zielbahn ist bereits im April 2015 abgeschlossen worden.

 

 

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