Der Automobilzulieferer Hella hat in seinem Werk Bremen ein neues Lager für Halbfertigwaren errichtet. Als Generalunternehmen war Förster & Krause für die Planung und den Bau der gesamten Lager- und Fördertechnik verantwortlich.

Wer bei Hella an Fahrzeuglicht denkt, der liegt nicht ganz falsch. Aber das Unternehmen, das mit einem Gesamtumsatz von 5,3 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2013/14) zu den Top 50 der internationalen Automobilzulieferer gehört, ist in weit mehr Geschäftsfeldern aktiv. So entwickeln die mehr als 5.800 Mitarbeiter, die weltweit im Bereich Forschung und Entwicklung tätig sind, zum Beispiel Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistenten, zentrale Kfz-Steuergeräte und unterschiedlichste Arten von Sensoren, die u.a. in Airbagsystemen, Assistenzsystemen, Scheinwerfern und im Motorraum (z.B. als Ölstandssensoren) zum Einsatz kommen.

Spezialisiert auf Kfz-Sensoren – 44 Millionen im Jahr

Zum Produktionsverbund von Hella gehören mehr als 100 Standorte in rund 35 Ländern. Die Hella Fahrzeugkomponenten GmbH in Bremen, die mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt, konzentriert sich auf die Fertigung von Sensoren, Aktoren, Schaltern, Waschsystemen und Motorpumpen. 2012 / 2013 erzielte das Werk einen Umsatz von rund 175 Millionen Euro und stellte 44 Millionen Einzelprodukte her.

Die große Vielfalt und die hohe Komplexität der Elektronikprodukte sowie ihrer Fertigung erfordern einen ausgeklügelten Materialfluss. Da einzelne Komponenten teilweise aus anderen Werken angeliefert bzw. vormontiert zwischengelagert werden, hat sich ein kombiniertes Wareneingangs- und Halbfertigwarenlager bewährt. Hier lagert Hella auch komplexere Bauteile ein, die von qualifizierten Heimarbeitern vorkonfektioniert werden.

Im Zuge einer Betriebserweiterung entschied sich Hella für eines komplett neues Lager für diese Aufgaben und beauftragte Förster & Krause mit der Planung und dem Bau.

AKL mit 11.000 Plätzen

Vor Kurzem hat die komplette Anlage ihren Betrieb aufgenommen. Herzstück ist ein Automatisches Kleinteilelager (AKL), das sowohl KLT-Behälter in zwei Größen (600 x 400 mm und 300 x 400 mm) aufnimmt als auch 600 x 400 mm-Trays für noch kleinere Gebinde.

Das Lager mit 11.000 Plätzen hat zwei Gassen, in denen jeweils ein RBG unterwegs ist. Um bestmögliche Raumausnutzung zu gewährleisten, können die Behälter bzw. Trays doppelt- und vierfachtief eingelagert werden. Die Ein- und Auslagerung erfolgt über zwei Stichbahnen.

Vollautomatische Ein- und Auslagerung

Jeder Behälter und jedes Tray ist mit einem Barcode versehen, so dass die Trays und die Kleinbehälter beim Einlagern „verheiratet“ werden. In die Fördertechnik, die vom Wareneingang zum AKL führt, sind Prüfstationen für Identifikation, Gewicht und Kontur integriert. Beim Auslagern wird jeder Behälter bzw. jedes Tray gescannt, woraufhin ein Transportauftrag ausgedruckt und am Fördergut angebracht wird.

Dabei wird zwischen Voll-oder Teil-Auslagerungen unterschieden. Die Behälter werden automatisch einem „Kombiplatz“ zugeführt, wo – bei Teilauslagerungen – die angeforderten Mengen abgezählt oder abgewogen werden. Das restliche Gebinde schiebt der Bediener einfach wieder in einen Rücklaufkanal, es wird dann automatisch eingelagert.

Zu den Besonderheiten des AKL gehört ein separater Auslagerkanal für die Qualitätssicherung: Hier können einzelne Artikel gezielt ausgelagert, geprüft und wieder eingelagert werden. Damit trägt Hella der Tatsache Rechnung, dass die Qualitätsanforderungen in der Automobilindustrie extrem hoch sind.

Gute Zusammenarbeit

Förster & Krause hat die komplette AKL-Anlage einschließlich Kommissionier- und Fördertechnik geplant und als Generalunternehmer gebaut. Der Stahlbau des AKL-Lagers stammt von Bito, die RBGs hat Beewen gefertigt und der Materialflussrechner, der mit dem zentralen SAP-System von Hella kommuniziert, wurde von KBU geliefert. Nicht zuletzt der sorgfältigen Planung im Vorfeld und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten – einschließlich des Anwenders – ist es zu verdanken, dass die Anlage fristgerecht in Betrieb ging und seitdem zur Zufriedenheit der Logistik-Verantwortlichen am Hella-Standort Bremen läuft.

 

Den Film "Automatisiertes Halbfertigwarenlager bei Hella" in unserer Mediathek anschauen

 

 

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