Dezember 2019

Automatisierte Fördertechnik über mehrere Stockwerke

Sanitaer-Heinze 01

Der Großhändler Sanitär-Heinze hat seine Firmenzentrale nach Ainring / Oberbayern verlegt und dort einen neuen Standort errichtet. Dabei kommt modernste Förder- und Kommissioniertechnik zum Einsatz. Das Unternehmen, das 32 Standorte betreibt, nutzt automatisierte Horizontal- und Vertikalfördertechnik – unter anderem ein innovatives Umlaufsystem mit Paternoster-Prinzip. Teil des Auftrages war außerdem ein integrierter Materialflussrechner und eine Schnittstelle zum SAP-ERP-System.

Im Sanitärgroßhandel gehört Logistik zu den Kernkompetenzen: Für die Handwerksbetriebe hat die hohe Lieferbereitschaft des Großhandels und die schnelle Verfügbarkeit einer Vielzahl von Produkten größte Bedeutung.

32 Standorte in drei Nationen

In diesem Bereich ist das Familienunternehmen Sanitär-Heinze sehr erfolgreich. Das 1934 in Dresden gegründete Unternehmen wurde nach der Zerstörung der Stadt und dem Kriegsende in den 1950er Jahren in Freilassing / Oberbayern angesiedelt. 1965 kam eine Niederlassung in Salzburg / Österreich hinzu, nach dem Fall der Mauer 1989 wurde die Geschäftstätigkeit in Dresden wieder aufgenommen. Weitere Expansionsschritte folgten, so dass Sanitär-Heinze heute an 28 Standorten nahezu flächendeckend die Haustechnikmärkte in Bayern, Sachsen, Österreich (acht Standorte) und Norditalien (zwei) bedient.

Automatisierte Fördertechnik für das Kleinteilelager

Das aktuellste Expansionsprojekt ist der Neubau des zentralen Standortes in Ainring. Unter anderem wurde ein neues Lager inklusive Versandbereich errichtet. Dabei entschieden sich die Verantwortlichen für den Einsatz von automatisierter Förder- und Kommissioniertechnik – und für Förster & Krause als Projektpartner und Lieferanten der Fördertechnik.

Die große Anzahl an Montagezubehör und sonstigen Kleinteilen, die das Sanitärhandwerk benötigt, hält Sanitär-Heinze in einem dreigeschossigen Fachbodenlager vor. Aus dem SAP-ERP-System heraus werden die jeweiligen Kommissionieraufträge angestoßen, um die benötigten Kleinteile aus den verschiedenen Etagen zusammenzuführen.

Jedem Auftrag wird pro Etage eine Drehstapelbehälter zugeordnet, der einen festen Barcode erhält. Über den Barcode werden die Behälter beim Start der Kommissionierung mit dem jeweiligen Auftrag „verheiratet“.

Vertikaltransport im Paternoster-Prinzip

Die Bearbeitung eines Auftrages findet auf den drei Ebenen des Lagers gleichzeitig statt. Die Mitarbeiter stellen die benötigten Kleinteile in den dafür vorgesehenen Behältern zusammen und setzen sie anschließend auf einer Förderstrecke auf. Den vertikalen Transport zum Erdgeschoss übernimmt ein Liftsystem, das nach dem Paternoster-Prinzip arbeitet (siehe Textkasten) und bei einer gleichmäßig hohen Auslastung von bis zu 600 Behältern pro Stunde sehr wirtschaftlich arbeitet.

In der Kommissionierzone im Erdgeschoss werden die Behälter ebenfalls auf einen Rollenförderer aufgesetzt. Dieser mündet in die Strecke, die die Behälter aus den oberen Etagen transportiert. Nach einer Konturenkontrolle und einem Barcode-Scan entscheidet der Materialflussrechner, auf welche der insgesamt 18 Rollenbahnen des Versandbahnhofs die Behälter ausgeschleust werden. Am Ende der Rollenbahnen befinden sich Verpackungsstationen. Dort treffen die Behälter mit den Kleinteilen aus den verschiedenen Etagen mit den Großteilen des jeweiligen Kommissionierauftrages zusammen, die aus einem anderen Bereich des Lagers angeliefert werden. Ein Mitarbeiter fügt die Kommission zusammen und stellt sie für den Versand bereit.

Leistungsfähigkeit und Liefertempo gesteigert

Mit der Entscheidung für die automatisierte Fördertechnik hat der Standort Ainring seine Leistungsfähigkeit deutlich erhöht und auch die Durchlaufzeit für die eingehenden Aufträge verkürzt. Bis zu 600 Behälter können pro Stunde die Kleinteile-Kommissionierung durchlaufen. Damit wurde über die gegenwärtigen Erfordernisse hinaus geplant, das bietet Potenzial für Wachstum. Die gesamte Fördertechnik nutzt eine 24-Volt-Technik mit Einzelplatzantrieben. Das spart nicht nur Energie, sondern ist auch besonders leise.

Für Förster & Krause war dieses Projekt nicht der erste Auftrag von Sanitär-Heinze. Bereits vor knapp 20 Jahren haben die Materialfluss-Experten aus dem Bergischen Land die Lagertechnik für den damals neu errichteten Standort in Dresden geplant und installiert.

Im Einsatz: Innovativer Vertikalförderer

Als herstellerneutraler Anbieter kann Förster & Krause auf dem Markt der Materialflusstechnik stets die besten Komponenten auswählen. Bei Sanitär-Heinze haben sich die F&K-Planer für ein innovatives Vertikalfördersystem des holländischen Herstellers Qimarox entschieden.

Der Paternosterlift fördert unablässig Produktträger über ein patentiertes Rundlaufsystem. Die Rollenfördertechnik auf jedem der drei Geschosse taktet die Behälter automatisch in den Lift ein. Auch das Absetzen vom Lift auf die Horizontalfördertechnik im gewünschten Geschoss erfolgt automatisch.

Somit arbeitet der Lift kontinuierlich, und bei ausreichender Zufuhr von Produkten fördert jeder Träger einen Behälter. Dieter W. Krause, Geschäftsführer von Förster & Krause: „Bei hohen Umschlagsmengen und kontinuierlicher Auslastung arbeitet dieses vergleichsweise einfach aufgebautes System deutlich effizienter als ein konventioneller Senkrechtförderer.“

 

ZUM NEWSLETTER ANMELDEN


Ich habe die Datenschutzhinweise
gelesen und akzeptiere die
Nutzungsbedingungen.
Ja, ich möchte den Newsletter von Förster & Krause per Email erhalten. Ich kann diesen Service in jedem Newsletter abbestellen. Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen.
Go to top
Um unsere Website für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung Verstanden Nicht akzeptieren