April 2004

Moderne Kommissioniertechnik im neuen Distributionslager der Geha AG

Beleglose Kommissionierung in der Praxis: Hohe Effizienz, optimale Flexibilität und große Liefersicherheit

Dass man in einem „reifen“ Markt mit gut etablierten Wettbewerbern auch als Newcomer sehr erfolgreich sein kann, sofern man die richtige Geschäftsstrategie verfolgt, zeigt die German Hardcopy AG (Geha) in Brilon/ Sauerland. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen bietet das gesamte Programm an Drucker-Zubehör- und Verbrauchsmaterialien (Toner, Patronen, Kartuschen) und ist als kostengünstige Alternative zu den Original-Anbietern angetreten. In nur vier Jahren hat sich Geha zur Nummer Zwei in diesem wettbewerbsintensiven Markt hochgearbeitet und in dieser Zeit nicht nur die Kundenbasis, sondern auch das Produktspektrum wesentlich erweitert: Druckerpapier und bedruckbare Selbstklebeetiketten sind – um nur zwei Beispiele zu nennen – inzwischen ebenfalls unter dem Geha-Label lieferbar.

Zu den Erfolgsfaktoren des Unternehmens gehören neben innovativen Geschäfts-ideen wie z.B. einem ausgeklügelten Rücknahme- und Vergütungskonzept für gebrauchte Druckerpatronen und den Geha-Markenrechten (für den Hardcopy-Bereich) eines renommierten Schreibwarenherstellers auch eine zuverlässige und schnelle Liefer-Logistik. Als Geha Anfang 2004 den Umzug in ein neues Gebäude vorbereitete, weil die alten Räumlichkeiten zu eng wurden, stand daher die Pla-nung eines leistungsfähigen Logistikzentrums im Vordergrund. Der Förder- und Lagertechnik-Spezialist Förster & Krause GmbH plante für die German Hardcopy AG ein Lager, das sich durch ein optimales Zusammenwirken von Mensch und Technik auszeichnet und in dessen Zentrum eine beleglose „Pick by light“-Kom-missionierung steht.

Die im Lager ankommende Ware wird zurzeit noch manuell vereinnahmt und auf einem der rund 1300 Palettenplätze eingelagert. Eingehende Aufträge der Kunden werden im Materialflussrechner (MFR) bearbeitet und am Beginn des Kommis-sionierbereichs auf einem Bildschirm angezeigt. Dort wird auch ein Etikett ausgedruckt, das dem Bediener die benötigte, vom MFR errechnete Kartongröße anzeigt. Der Bediener setzt den entsprechenden Karton aufs Förderband, klebt das Etikett auf und legt – zur Sicherheit – eine vor Ort ausgedruckte Packliste bei.

Dann beginnt die automatisierte Reise des Leerkartons durch die 35 Meter lange Kommissionier-Förderstrecke, die in vier Zonen aufgeteilt ist. Zu Beginn jeder Zone stellt ein Scanner fest, ob in der jeweiligen Zone Ware zu kommissionieren ist. In diesem Fall wird der Karton ausgeschleust, und ein LED-Bedienfeld zeigt dem Personal die Auftragsnummer an. Wenn die angezeigte Nummer mit der auf dem Etikett ausgedruckten übereinstimmt, quittiert der Bediener den Auftrag und ihm wird über LED-Anzeigen an den entsprechenden Entnahmeplätzen die zu kommissionierende Stückzahl des Artikels angezeigt. Die Entnahme wird jeweils quittiert und direkt an den Materialflussrechner gemeldet.

In jeder der vier Kommissionierzonen befinden sich 53 Durchlaufregal-Plätze für die Schnelldreher, die von der Rückseite automatisch aufgefüllt werden – die entsprechende Anforderung wird auch vom MFR angestoßen. Im Rücken der Bediener sind für die Langsamdreher Fachbodenregale installiert, die ebenfalls mit LED-Anzeigen bestückt sind.

Wenn der Bediener alle Artikel in einer Zone kommissioniert hat, erhält er über die LED-Anzeigen die Meldung „Auftragende für diese Zone“, und er schiebt den Karton auf die Förderstrecke zurück. In der darauffolgenden Zone wiederholt sich der Vorgang. Insgesamt können in den Durchlaufregalen 212 und in den Fachbodenregalen 880 Artikel gelagert und beleglos kommissioniert werden.

Zu den großen Vorteilen des beleglosen Kommissionierens gehört die hohe Zuverlässigkeit – das Konzept wurde ursprünglich für die Distribution von Pharmaprodukten entwickelt, bei denen keine „Fehlgriffe“ passieren dürfen. Ein automa-tischer Gewichtsabgleich am Ende der Förderstrecke sorgt bei Geha für zusätzliche Sicherheit. Wenn hier Differenzen auftreten, wird der Karton ausgeschleust und überprüft. Sobald das Lagerverwaltungssystem den Karton freigibt, legt ein Bediener die Rechnung ein und klebt die Versandanschrift auf. Dann wird der Karton umreift und auf mehrere „Bahnhöfe“ für Post- und Speditionsversand verteilt.

Auf diese Weise kann die German Hardcopy AG im Durchschnitt rund 400 Kartons pro Tag kommissionieren. Logistik-Leiter Hubertus Teutenberg: „Neben der Fehlersicherheit überzeugt uns die einfache Handhabung und die hohe Produktivität.“ Vorteilhaft ist auch die Flexibilität: Die Anzahl der Mitarbeiter in den einzelnen Zonen kann je nach Auftragsvolumen variieren. Da die Kommissionieranlage für eine Leistung von rund 150 Karton pro Stunde ausgelegt ist, gibt es noch ausreichend „Luft“ für künftiges Wachstum bzw. für beschleunigte Abläufe in Stoßzeiten.

Trotz einer engen Terminierung konnte das neue Geha-Distributionszentrum zeitgerecht aufgebaut und in Betrieb genommen werden: Der Aufbau der Lager- und Kommissioniertechnik verlief reibungslos. Anschließend wurde an einem arbeits-intensiven Wochenende die Schnittstelle zwischen der Kommissionier-Software und dem übergeordneten Lagerverwaltungsrechner eingerichtet. Diese Aufgabe übernahm ein Partnerunternehmen von Förster & Krause. Auch diese Zusammenführung der DV-Systeme klappte ohne Schwierigkeiten.

Die Verantwortlichen von Geha sind mit der neuen Lager- und Kommissioniertechnik vollauf zufrieden und auch für die zu erwartende Erweiterung des Geschäftsvolumens gut bestens gerüstet. Zurzeit wird neben dem Lager eine eigene Produktion aufgebaut: Dann kann Geha Refill-Kartuschen in eigener Regie reinigen, wiederbefüllen, testen und verpacken. Auch eine beleglose Vereinnahmung der Waren am Wareneingang wird – zusammen mit Förster & Krause – vorbereitet: Zum Jahresende soll der gesamte Materialfluss im Distributionszentrum beleglos gesteuert werden.

 

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