September 2003

Nikon Deutschland: Neue Lager- und Fördertechnik für Digitalfotografie

Erweiterung der Kommissionierzone beseitigt Engpässe

Genau genommen ist die rasante Entwicklung der Digitalfotografie dafür verantwortlich, dass die Förster & Krause GmbH für das Lager der Nikon Deutschland GmbH eine neue Kommissionierzone geplant und im zweiten Schritt auch errichtet hat. Denn mit dem Einzug der Digitaltechnik hat Nikon nicht nur das Produktprogramm erweitert, sondern auch den Absatz und Umsatz erheblich steigern können.

Nicht nur Hobby- und Profifotografen kennen das Produktspektrum von Nikon: Bilder von Pressekonferenzen zeigen, dass die Mehrheit der Journalisten weltweit mit Nikon-Kameras fotografiert – und das seit vielen Jahren. Diese starke Position hat das Unternehmen mit der Einführung der Digitaltechnik beibehalten können: Schon 1997 stellte Nikon die ersten Digital-Kompaktkameras der COOLPIX-Baureihe vor, und heute bietet man für die Digitalfotografie eine umfangreiche Produktpalette, die von der einfachen Sucherkamera bis zur Profi- Spiegelreflexkamera für höchste Ansprüche reicht. 

Wachstum braucht Platz

Die Digitalfotografie ist von schnellen Innovationszyklen und hoher Akzeptanz der Kunden geprägt: Die in Düsseldorf ansässige Nikon Deutschland GmbH tätigt schon mehr als 60 % des Umsatzes im Fotografie-Bereich mit digitalen Produkten und konnte in den vergangenen Jahren jeweils hohe Zuwachsraten erzielen. Das sind gute Nachrichten, doch das stetig wachsende Versandvolumen hatte zur Folge, dass der Kommissionierbereich des Lagers zu klein wurde. Damit war die Terminzusage an den Fachhandel – was bis 12 Uhr bestellt ist, wird am selben Tag versandt – immer schwieriger zu realisieren, zumal das Produktspektrum stetig wächst und auch Zubehörteile für Kameras der „alten“ Zelluloid-Technik weiterhin zum Lagerbestand gehören und nachgefragt werden.

Untersuchung ergab: Zwei Wege zur Optimierung

Diese Entwicklung stellte Nikon vor die Notwendigkeit, die Umschlagsleistung in der Kommissionierung und im Versand zu erhöhen, und das möglichst ohne gravierende bauliche Veränderungen. Ein Materialfluss-Spezialist, die Förster & Krause GmbH, wurde damit beauftragt, eine Untersuchung durchzuführen und entsprechende Maßnahmen vorzuschlagen.

Die Untersuchung ergab, dass zwei Möglichkeiten zur Wahl standen: das Einziehen einer zweiten Ebene oder die Aufteilung der für die Kommissionierung vorgesehenen Fläche in drei Zonen sowie die Modernisierung der Verpackungsplätze. Nikon entschied sich für die zweite Option und erteilte Förster & Krause im zweiten Schritt auch den Auftrag für die Realisierung.

Aufteilung der Kommissionierung in drei Zonen

Nach dem Umbau ist der Materialfluss im Nikon-Versandbereich jetzt folgendermaßen strukturiert: Die Versandaufträge gehen am Rechner des Leitstand ein. Der Bediener dort entscheidet über die Prioritäten und kann damit u.a. die Auslastung an den neu strukturierten Kommissionier- und Packplätzen steuern.

Wird ein Auftrag zur Kommissionierung freigegeben, legt der Lagerverwaltungsrechner anhand der zu versendenden Teile eine Kartongröße (oder –anzahl) fest, denn die Verpackungslogistik wurde ebenso wie die Lagerplatzverwaltung in die Lagerverwaltungs-Software integriert.

Kommissionierung per Funk-Scanner

Der Karton wird auf die Förderstrecke aufgesetzt und durchläuft die erste Kommissionierzone. Das Personal liest mit einem Funk-Scanner den am Karton befindlichen Auftrags-Barcode ein. Das Display des Scanners zeigt dann an, welcher Artikel in welcher Anzahl benötigt wird und an welchem Lagerplatz sich die Ware befindet. Beim Kommissionieren wird auch der EAN-Code jedes einzelnen Artikels eingescannt – so lassen sich die Seriennummern der Kameras den Fachhandels-Kunden zuordnen. Zugleich dient dieser Scan als Sicherheits-Check: Die Auftragsverwaltungs-Software prüft den Code und gibt dem Bediener erst dann den Artikel zur Kommissionierung frei. Damit beugt man Fehlkommissionierungen vor – ein wichtiger Aspekt, denn schließlich hat es das Personal mit wertvollen Artikeln zu tun.

Lean-Lift für Kleinteile

Über den Barcode ist festgelegt, welchen Weg der Karton nimmt: Er fährt nur jeweils die Zonen an, in denen tatsächlich Ware zu kommissionieren ist. In die Zone 3 sind zwei „Lean-Lift“ integriert. Das ist ein Lagersystem für Kleinteile, das äußerlich einem Paternosterregal gleicht, bei dem aber – ähnlich wie bei einem AKL-System – jeweils nur ein einzelnes Tablar zum Bediener bewegt wird.

Hier sind die vielen Zubehörteile wie Filter und Linsen, die Nikon den Hobby- und Profi-Fotografen bietet, platzsparend und sauber untergebracht.

Wenn die Kommissionierung beendet ist, gelangt der Karton an einen von vier Verpackungsplätzen. Dort findet zunächst eine Sichtkontrolle des Inhaltes statt. Die Ware wird mit Luftpolstern gesichert und der Karton verschlossen; über ein Touch Screen fordert der Bediener das Versandetikett an. Der automatisch mehrfach umreifte Karton wird dann auf der Ausschleusstrecke aufgestaut, die der jeweiligen Versandart zugeordnet ist. Rund 90% der Sendungen werden als Pakete von KEP- Dienstleistern zum Empfänger gebracht.

Fazit: Genug Kapazität für künftiges Wachstum

Auf diese Weise versendet Nikon täglich rund 600 bis 800 Sendungen an den Foto-Fachhandel. Um die Reparaturaufträge, die die Service-Techniker in Düsseldorf bearbeitet haben, in die Fördertechnik einzubinden, wurde eine separate Förderstrecke mit Aufzug ins erste Stockwerk vorgesehen. Darüber hinaus nutzt der Geschäftsbereich der Mikroskopie – auch hier nimmt Nikon eine weltweit führende Position ein – ebenfalls die neue Materialflusstechnik. Mit der neuen, um 80% verlängerten Kommissionierstrecke treten keine Engpässe mehr auf, und man hat auch noch genug „Luft“ für künftiges Wachstum und zusätzliches Versandvolumen.

 

NEUSTES VIDEO

film-hella

Automatisches Kleinteilelager (AKL) bei Hella

ZUM NEWSLETTER ANMELDEN


Ich habe die Datenschutzhinweise
gelesen und akzeptiere die
Nutzungsbedingungen.
Ja, ich möchte den Newsletter von Förster & Krause per Email erhalten. Ich kann diesen Service in jedem Newsletter abbestellen. Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen.
Go to top
Um unsere Website für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung Verstanden Nicht akzeptieren